Omega-3-Fettsäuren in Butter – eine Rangliste

Butter. Bild von Robert S. Donovan: http://www.flickr.com/photos/booleansplit/3060838705/

Greenpeace hat im November 2006 die Ergebnisse einer sehr interessanten Studie (als pdf erhältlich) über den Omega-3-Gehalt von 12 verschiedenen Buttersorten veröffentlicht, die alle in Deutschland erhältlich sind.

Die Rangliste der Butter wurde anhand des Omega-3-Gehaltes pro 100g Butter erstellt. Ein interessanter Ansatz, aber meines Erachtens wäre eine Rangliste besser, die das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 zeigt. Denn darauf kommt es letztendlich für unsere Gesundheit an. Ein ungünstiges Verhältnis der beiden Fette begünstigt u.a. Herzerkrankungen, Krebs, Osteoporose sowie Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten.1

Eine gesunde Ernährung würde ein Omega-6/Omega-3-Verhältnis von ca. 1:1 bis 3:1 liefern. Heute beträgt das Verhältnis in der Regel jedoch 15-17:1! Im Einzelfall liegt es sogar noch höher. Der Grund hierfür ist vornehmlich die Dominanz von Getreideprodukten und tierischen Produkten aus Mastbetrieben, die nicht artgerecht weiden sondern Getreide verfüttert bekommen.

Aber zurück zur Tabelle. Zum Glück gibt Greenpeace die individuellen Fettsäurewerte an, sodass man leicht selber errechnen kann, welche Butter das beste Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren aufweist. Hier also die modifizierte Liste der Top-5 der getesteten Buttersorten.2 Die beste Butter ist zuerst aufgeführt und ist, wie zu erwarten, die Kerrygold-Butter aus Weidemilch! Die einzigen Biobutter im Test haben im Übrigen die Ränge zwei und drei eingenommen.

MarkeVerkaufsbezeichnungOmega-6 zu Omega-3
KerrygoldOriginal Irische Butter1,55:1
Bio Wertkost (Edeka)Bio-Butter – Sauerrahmbutter1,87:1
Bioness (Lidl)Bio Butter aus Süßrahm1,89:1
Berchtesgadener LandBergbauernbutter1,91:1
Erlenhof (Rewe)Markenbutter Süßrahm
Qualität die man schmeckt
2,10:1

Die von Greenpeace veröffentlichten Daten erlauben weitere Rückschlüsse. Die Butter „Landliebe Butter aus frischem Rahm streichzart“ (die im übrigen mit einem Wert von 3,22:1 am schlechtesten abschnitt), ist wohl identisch mit der Butter „Mark Brandenburg Weidebutter, Buttergold“. Beide Butter kommen nämlich aus der gleichen Molkerei und haben im Grunde identische Werte.

Aber wie kann denn Weidebutter solch schlechte Werte aufweisen? Kann sie nicht, dachte ich mir. Also habe ich etwas geforscht und tatsächlich hat Campina, der Hersteller der Butter, schlicht und einfach gelogen. Gut, dass Greenpeace das aufgedeckt und dagegen vorgegangen ist.

The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids.

  1. Siehe zum Thema beispielsweise die beiden Studien (wovon leider nur die Abstracts kostenlos erhältlich sind) The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids und Evolutionary aspects of diet, the omega-6/omega-3 ratio and genetic variation: nutritional implications for chronic diseases.
  2. Stand November 2006

5 Kommentare:

  1. Hey super, tolle Informationen! Ich werd‘ demnächst mal Butter aus Weide-Rohmilch selbst machen. Mal schauen, was daraus wird…

    • Das ist aber ein spannendes Projekt! Du musst dann unbedingt darüber berichten, mit Photos, Anleitung, usw. Ich freue mich schon!
      Neulich habe ich Ghee/Butterschmalz aus gekaufter Weidebutter hergestellt. Der Prozess ist nicht schwer, wobei ich die Butter leider etwas zu lang erhitzt habe, sodass das Ghee einen ganz leicht angebrannten Geschmack hatte. Bei Gelegenheit möchte ich darüber berichten.

  2. „Eine gesunde Ernährung würde ein Omega-6/Omega-3-Verhältnis von ca. 1:1 bis 3:1 liefern.“

    Woher nimmst du denn diese Zahlen? Ich habe bisher immer nur gelesen, dass ein Omega-6/Omega-3-Verhältnis von 1:4 (also genau umgedreht, d.h. man sollte insgesamt mehr Omega-3 zu sich nehmen) am gesündesten ist. Oder stammen solche Angaben, wie ich sie bisher kannte, daher, dass die meisten Lebensmittel heutzutage ein krasses Missverhältnis (von dem du ja auch schreibst) aufweisen und es deshalb ratsam ist, dieses Missverhältnis zu beheben, indem man (quasi zusätzlich zur normalen Ernährung) Nahrungsmittel mit einem höheren Omega-3- als Omega-6-Gehalt verzehrt?

    • o3 und o6 stehen miteinander im Wettbewerb. Möchte man das Missverhältnis im Körper beheben, könnte man dies möglicherweise beschleunigen, indem man mehr o3 als o6 zu sich nimmt.

      Die Infos vom o3:o6-Verhältnis stehen zum Teil in der ersten Fußnote. Zum Spektrum ist der Artikel „Dietary Intake of Long-Chain
      Polyunsaturated Fatty Acids during the Paleolithic“ von Eaton et al., dort insbesondere die Tabelle auf S. 19, interessant. Den Artikel kannst Du hier runterladen: http://www.direct-ms.org/pdf/EvolutionPaleolithic/Long%20chain%20fatty%20acids.pdf

  3. Ja, das weis ich auch längst. Auch hier nachzulesen: http://huberhof-riedering.de/media/documents/einfach%20richtig%20essen.pdf (OH: Link funktioniert nicht)

    Im Bio-Betrieb kann kaum Getreide verfüttert werden, da es schlichtweg viel zu teuer ist.

    Da Milch unter Molkereien gehandelt wird bzw. auch Zweigwerke bestehen, ist der Firmensitz nicht immer maßgebend entscheidend über die Fütterung.

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