Frühstück: ein Leitessen?

Crêpes sind zwar lecker, aber zum Frühstück nicht die beste Wahl.

Gemäß einer interessanten Studie der University of Alabama at Birmingham könnte die Weisheit „Frühstück: die wichtigste Mahlzeit des Tages“ an neuer Bedeutung gewinnen.1

Denn ob die erste Mahlzeit des Tages Fett oder Kohlenhydrate umfasst kann weitreichende Folgen für den weiteren Stoffwechsel während des Tages haben.

Fett am Morgen vertreibt zwar nicht Kummer und Sorgen, es regt jedoch auf sehr effizienter Weise den Fettstoffwechsel an. Zudem – und das ist noch wichtiger – kann sich der Stoffwechsel nach einem fettreichen Frühstück weiterhin auf unterschiedliche Nahrungsmittel im Laufe des Tages anpassen.

Bei einem Frühstück reich an Kohlenhydraten ist das nicht der Fall. Der in Gang gesetzte Kohlenhydratstoffwechsel bleibt den ganzen Tag an, unabhängig davon, was im Laufe des Tages gegessen wird.

Die meisten Personen verfolgen eine abwechslungsreiche Ernährung. Daher ist es wichtig, dass der Stoffwechsel sich auf unterschiedliche Nahrungsmittel einstellen kann. Ein Steak wird anders vom Körper verarbeitet als ein Teller Spaghetti. Aber gerade diese Fähigkeit des Stoffwechsels, sich verschiedene Nahrungsmittel anzupassen, könnte bei einem kohlenhydratreichen Start ins Tag verloren gehen.

Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass ein kohlenhydratreiches Frühstück gefolgt von einem fettreichen Abendessen alle Anzeichen des metabolischen Syndroms herbeiführte. Leider kann ich auf die volle Studie nicht zugreifen und in der Zusammenfassung wird nicht klar, woran das liegt. Aber weil eine gleichbleibende Ernährung, also tagsüber entweder nur Kohlenhydrate oder nur Fette, zu keinen Problemen führte, tippe ich darauf, dass die Festlegung des Metabolismus auf Kohlenhydrate durch das Frühstück ursächlich war.

Die Probanden bei dieser Studie waren übrigens Mäuse; es ist aber nicht auszuschließen, dass der menschliche Körper genauso reagiert. Zukünftige Studien sollen das klären und ebenso ob die Art der Fette und Kohlenhydrate eine Rolle spielen.

Ich hoffe, dass es bald mehr Studien gibt, die die biologischen Rhythmen des Körpers berücksichtigen. In der Zwischenzeit genieße ich zum Frühstück weiterhin Lachsfilet mit Salat oder Rührei mit Frühstücksspeck.

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  1. M S Bray, J-Y Tsai, C Villegas-Montoya, B B Boland, Z Blasier, O Egbejimi, M Kueht, M E Young: Time-of-day-dependent dietary fat consumption influences multiple cardiometabolic syndrome parameters in mice. International Journal of Obesity (30 March 2010) doi:10.1038/ijo.2010.63.

2 Kommentare:

  1. Hallo Bertram,

    das ist eine sehr interessante Studie. Auch wenn die Studie nur an Mäusen durchgeführt wurde, halte ich durchaus eine ähnliche Wirkung beim Menschen für wahrscheinlich. Auf jeden Fall deckt sich das mit der praktischen Erfahrung von vielen Diabetikern, dass die KH beim Frühstück den Blutzucker stärker antreiben als sie das bei jeder anderen Mahlzeit tun.

    Wenn sich diese Tatsache auch für den Menschen als richtig erweisen sollte, dann wird damit genau der Schwachpunkt der SIS-Diät bzw. der Insulintrennkost nach Dr. Pape getroffen. Die sieht als Frühstück eine KH-reiche Mahlzeit vor, was für Leute mit diabetischen Störungen schon immer eine schlechte Empfehlung war.

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