Bierhefe als Nahrungsergänzungsmittel?

Bierhefe unter dem Mikroskop. Bild ist gemeinfrei.

Heute geht es um den Schlauchpilz Saccharomyces cerevisiae, besser als Bierhefe bekannt.

Bierhefe ist besonders reich an B-Vitaminen B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin), B7 (Biotin) und B9 (Folsäure), sowie den Spurenelementen Chrom und Selen.

Daneben enthält Bierhefe über 15 Aminosäuren und zahlreiche weitere Spurenelemente wie beispielsweise Eisen, Kalium, Kupfer, Mangan und Zink. Die genaue Zusammensetzung hängt vom Kulturmedium ab.

Bierhefe bei Erkrankungen?

Für Diabetiker und Personen mit zu hohem LDL-Cholesterin ist Bierhefe interessant, weil Studien darauf hindeuten, dass Chrom bei der Behandlung von Zucker hilfreich sein kann und dass es LDL-Cholesterin (das sog. schlechte Cholesterin) senkt und HDL-Cholesterin (das sog. gute Cholesterin) erhöht.

Ein Mangel an Selen wurde bei verschiedenen Herzerkrankungen und rheumatoide Arthritis impliziert, wohl weil Selen stark antioxidativ wirkt. Auch bei der Krebsvorsorge spielt Selen vermutlich eine große Rolle, denn durch Selen wird die DNS-Reparatur und -Synthese von beschädigten Zellen angeregt, die Ausbreitung von Krebszellen gehemmt und sogar der Zelltod von Krebszellen gefördert. Selen ist auch Bestandteil des Enzyms Gluthationperoxidase, eines der wichtigsten Antioxidantien des Körpers. Des Weiteren ist Selen an der Produktion von Schilddrüsenhormonen beteiligt.

Das ist ja super. Wie kann ich Bierhefe verwenden?

Bisher klingt Bierhefe tatsächlich wie ein Wunderlebensmittel! Man muss kein Brauer sein, um Bierhefe zu verwenden. Bierhefe findet man überall, selbst bei Amazon. Man sollte aber immer aufpassen, dass die Hefe rein und ohne Zusätze ist. Bierhefe findet man als Flocken, Körner, Pulver sowie als Getränk. Flocken und Körner eignen sich als umamiges Gewürz beim Essen, wobei verschiedene Sorten wegen der unterschiedlichen Herstellungsweisen unterschiedlich schmecken können.

Gibt es Nachteile?

Unter Umständen gibt es tatsächlich Nachteile und zwar wegen der excitotoxischen Wirkung von Glutaminsäure, die in hohem Maße in Bierhefe enthalten ist und für den umami-Geschmack verantwortlich ist. Falls Glutaminsäure an Glutamate wie MSG erinnert, ist das richtig. Glutamate sind nämlich die Salze und Ester der Glutaminsäure. Wie der Neurochirurg Russel Blaylock in dem Buch Excitotoxins – The Taste That Kills berichtet, sind (vermutlich – nicht jeder ist überzeugt) Excitotoxine wie Glutamat für eine Reihe neurologischer Erkrankungen wie Parkinson verantwortlich.

Wo haben wir das her?

4 Kommentare:

  1. Daniel Strassmann

    Bierhefe scheint wirklich ein mächtiges Supplement zu sein. Ray Peats Vater konnte sich damit angeblich dauerhaft von Diabetes heilen. Peat weist allerdings ebenfalls auf negative Aspekte hin und empfiehlt daher einen sparsamen Einsatz:

    „Brewer’s yeast has been used successfully to treat diabetes. In the l930s, my father had severe diabetes, but after a few weeks of living on brewer’s yeast, he recovered and never had any further evidence of diabetes. Besides its high B-vitamin and protein content, yeast is an unusual food that should be sparingly used, because of its high phosphorous/calcium ratio, high potassium to sodium ratio, and high estrogen content. The insulin-producing beta cells of the pancreas have estrogen receptors, but I don’t know of any new research investigating this aspect of yeast therapy. In rabbit studies, diabetes produced by alloxan poisoning, which kills the beta cells, was cured by DHEA treatment, and beta cells were found to have regenerated in the pancreatic islets.“ – Ray Peat

  2. Dann darf man auch kein Bier trinken, vor allem Hefeweizen ! Oder?

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