Unmenschlich

Heute habe ich eine neue Seite entdeckt, Inhuman Experiment, die mir sehr gut gefällt. Ein Finne schreibt auf Englisch über (meist ernährungsbezogene) Themen der Lebensverlängerung. Vorbeischauen!

2 Kommentare:

  1. Hallo Bertram,
    Danke für den Link. Ich habe gerade mal drüber geschaut und ein paar interessante Artikel gefunden, obwohl ich sagen muss, dass sich viele Themen mittlerweile mehrfach wiederholen. Beim stöbern durch die Artikel ist mir aber eine Frage aufgekommen die ich dir mal stellen wollte. Wie siehst du eigentlich eine „optimale“ Ernährung. Ich weiß, dass das schwierig ist zu definieren. Oder vielleicht besser gefragt: Wie sieht deine Ernährung aus? Low-Carb oder doch etwas anderes? Hintergrund ist der: Ich habe mit Low-Carb angefangen, aber muss mittlerweile sagen, dass sie bei weitem nicht als optimal ansehe. In diesem Zusammenhang auch noch mal auf Ray Peat zurückgekommen, den ich vor paar Wochen/Monaten schonmal angesprochen hatte und ob du es geschafft hast dir ein paar seiner Artikel anzugucken. Er empfiehlt eine recht hohe Zufuhr von Kohlenhydraten aus verschiedensten Gründen. Ich muss sagen, dass mir das sehr geholfen hat. Nach monatelangem recht striktem Einhalten von Low Carb fühlte ich mich so schlapp, benötigte viel Schlaf und hatte das Gefühl mein Metabolismus ist total zurückgefahren. Hinzu kam noch Haarausfall und starker Mundgeruch. Das Ganze änderte sich nach einer erfolgreichen Erhöhung der Kohlenhydrate im Allgemeinen. Mittlerweile haben sich ja viele Blogger vom Low Carb abgewendet und befürworten eine höhere Zufuhr von Kohlenhydraten. Mich würde da dein Standpunkt einfach interessieren.

    Viele Grüße und wie immer besten Dank

    Milk

    • Hallo Milk,

      ich weiß nicht, ob es überhaupt die eine optimale Ernährung gibt. Wie man an traditionell lebenden Kulturen sieht gibt es eine sehr große Breite an Ernährungsweisen, die alle bei guter Gesundheit vor den sog. Zivilisationskrankheiten schützen. Und falls es doch eine optimale Ernährung gibt, wird es sicherlich noch sehr lange dauern, bis wir sie entdecken.

      Steve Phinney (http://www.meandmydiabetes.com/2010/03/23/steve-phinney-on-pemmican-and-indigenous-diets-will-become-public-in-2-weeks/) spricht von „Inseln der Sicherheit“ in der Ernährung. Demnach gibt es gesunde und sichere low-carb Diäten, high-carb Diäten, usw. Aber pickt man sich aus dieser und jener Ernährungsweise diesen und jenen Aspekt heraus und vermischt sie, dann kann es gut sein, dass das Ergebnis nicht gesund ist.

      Meines Erachtens hat er damit völlig Recht. Eine gesunde Ernährung ist viel mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Die Ernährung ist wie eine Waage. Verändert man hier etwas, wirkt sich das dort aus. Ein Beispiel: Nimmt man mehr Kohlenhydrate zu sich, braucht der Körper mehr Vitamin C, weil Glucose und Vitamin C hinsichtlich der zellulären Aufnahme im Wettbewerb stehen und Glucose vom Körper bevorzugt wird.

      Dazu kommt noch, dass es signifikante genetische Unterschiede hinsichtlich der genetischen Anpassung an einzelne Lebensmittel gibt. Das bekannteste Beispiel dazu ist die Laktose. Auf Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Laktoseintoleranz) gibt es eine schöne Karte mit der weltweiten Verteilung der Laktoseintoleranz.

      Und wie wir neulich gesehen haben (http://www.originalhealth.net/ernaehrung/die-macht-der-mikroben/), beginnen wir erst langsam zu verstehen, welch gewaltigen Wirkungen die Darmflora auf unsere Lebensmittelverwertbarkeit und allgemeine Gesundheit hat.

      Entsprechend glaube ich nicht, dass man low-carb, high-carb, etc. per se verteufeln kann. Dazu gibt es viel zu viele Variablen.

      Meine Erfahrung mit low-carb ist, dass ich unheimlich viel Fett brauche, um mich gut und fit zu fühlen. Aber dann fühle ich mich auch wirklich gut und fit. (Ausdauer-)Sport während Ketose ist kein Problem. Esse ich zu wenig Fett, merke ich jedoch, dass sich mein Stoffwechsel zurückfährt und ich mich schlapp fühle.

      Zwar experimentiere ich noch selber mit verschiedenen Lebensmitteln und allgemein mit meiner Ernährung, ich kann aber sagen, dass für mich ein hoher Anteil an rohen Lebensmitteln wichtig ist. Meist esse ich zwei größere Mahlzeiten am Tag, einmal gegen Mittags und dann noch einmal abends. Zwischendurch knabbere ich oft an Salat und ähnlichem.

      Einfach weil ich eine Art Paleo-Ernährung verfolge, dabei sehr viel roh esse und die meisten Früchte für mich zu süß sind, ist meine Ernährung wohl im Vergleich zum Durchschnitt arm bis moderat an Kohlenhydraten. Andererseits begrenze ich auch nicht absichtlich meine Kohlenhydrate, jedenfalls in der Regel. Neulich habe ich einen halben gebackenen Moschuskürbis gegessen. Es war das erste Mal seit langem, dass ich etwas in diese Richtung gegessen habe. Danach fühlte ich mich erstaunlicherweise überzuckert.

      Einfache Kohlenhydrate wie Früchte esse ich bevorzugt nach dem Sport. Tierische Produkte sollen, soweit möglich, aus Weidehaltung stammen. Ich esse auch rund 2x die Woche, manchmal auch öfters, Innereien wie Leber, Herz, Zunge, Bries. Ich achte auch darauf, ausreichend Fett zu essen, einfach weil das reine Essen von Muskelfleisch eine Zivilisationserscheinung ist. Früher wurde das ganze Tier verwertet.

      Ich habe übrigens entdeckt, dass – insbesondere bei rohen Lebensmitteln – mein Essensinstinkt viel stärker ausgeprägt ist, wenn ich einzelne Lebensmittel nicht im Munde vermische, sondern nacheinander esse.

      Mittlerweile habe ich schon einige Artikel von Ray Peat gelesen und ich möchte mich für den Tipp bedanken! Er hat einige sehr interessante Beiträge, aber manchmal wundere ich mich doch über gewisse Aussagen, wie z.B. dass Zucker hilfreich bei Diabetes sein soll. Bei Gelegenheit möchte ich mich mit den zitierten Studien beschäftigen.

      Viele Grüße
      Bertram

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